Kinder teilen wie einst St. Martin

In diesem Jahr sind viele Dinge nicht so wie früher. Viele Dinge können nicht so stattfinden, wie wir es gewohnt sind. So mussten wir in diesem Jahr auch auf den schönen Martinsumzug verzichten. Ein Fest, was für viele Kinder ein Highlight ist. Das Licht der Laterne dürfen wir in diesem Jahr nicht gemeinsam durch die Straßen der Gemeinde tragen, doch der Anlass dieses Fests bleibt. Der Gedanke des Teilens und das Licht der Laterne, ein Zeichen der Hoffnung und der Wohltat.
Den Ausfall wollten viele Kinder im Haus Eintracht aber nicht so hinnehmen. „Warum dürfen wir nicht wie letztes Jahr den Umzug machen?“ waren die Fragen der Kinder. Schnell kam bei Erzählungen die Frage auf, warum man das denn überhaupt macht. Um etwas mit denen zu Teilen, die weniger haben als man selbst, erklärte Luisa. So haben wir überlegt, wie man trotzdem etwas Gutes tun kann. Eine Alternative fand sich schnell. Die Kinder des Haus Eintracht haben überlegt, was man für andere Menschen kaufen kann. Gemeinsam mit den Betreuern wurde eine Liste erstellt, welche Lebensmittel sinnvoll gespendet werden können.
Brot, Mehl, Salz, Milch, aber auch Konserven, Bonbons und Schokolade fielen den Kindern sofort ein. Durch eine großzügige Spende in Höhe von 100€ gingen die Betreuer mit der von den Kindern erstellten Liste einkaufen. Es kamen viele Kisten mit Lebensmitteln zustande, die verteilt werden sollten.
Als Empfänger und Weiterverteiler der Spende kam als erstes der Caritasverband Gelsenkirchen in Frage. Caritasdirektor Peter Spannenkrebs und Ferhart Erdal besuchten uns vor dem Haus Eintracht, um die Spenden entgegenzunehmen. Die Kinder empfingen Herrn Spannenkrebs mit selbstgebastelten Martinslaternen und frohen Augen. Einige Kinder kamen zur großen Überraschung zusätzlich mit einer Tüte voll Konserven, haltbaren Lebensmitteln und Tee von zu Hause. „Ich will auch etwas für andere geben, die es brauchen,“ sagte Khaled freudenstrahlend.
Peter Spannenkrebs war freudig überrascht, wie viele Lebensmittel zusammenkamen. Auf das Wissen hin, dass die Geschichte vom heiligen Martin schon 1.700 Jahre alt ist, antwortete Spannenkrebs: “Wer weiß, in 1.700 Jahren werden die Menschen vielleicht auch noch von Eurer guten Tat berichten.”