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Ostergruß von Pater Ralf, Amigonianer

FOTO-RALF

„Die Reise des Lebens“

Unsere Kinder und Jugendlichen haben durch die Corona-Pandemie verlängerte Osterferien.

Liebe Kinder,
in diesem Jahr feiern wir Ostern zu Hause, ganz geborgen in unserer Wohnung. Unser Körper bleibt zuhause, aber unser Herz darf verreisen.
Denn ab heute begeben wir uns auch auf eine Art Reise durch die nächsten zwei Wochen, die Kar- und Ostertage heißen.
Und für unsere muslimischen Freunde steht bald die große Reise durch die Fastenzeit an, die am 23. April beginnt.

Es ist eine Reise durch den Mangel in die Fülle, von der Einsamkeit zur Hilfe und Solidarität, durch die Krise hindurch neu zum Leben.

Liebe Erwachsene, liebe Kinder,
wir Christen sind in diesen Kar- und Ostertagen eingeladen, mit Jesus zusammen zu verreisen, ihm auf der Spur zu bleiben:
am Palm-Sonntag,
dann an Gründonnerstag,
Karfreitag,
und am Ostersonntag.

Es wird eine spannende Reise werden.

Wohin geht die Reise für Jesus? Wohin geht die Reise für uns und unsere Kinder?

Die Reise des Lebens ist am Anfang schön. Doch dann kommen mit zunehmendem Alter die Herausforderungen: Wo werde ich wohnen? Wo kann ich arbeiten? Wie genug zu Essen und zu Trinken finden? Ich und meine Familie.

In dieser Corona-Krise sind wir an Grenzen geraten, nicht nur weil das Toilettenpapier knapp war oder auf einmal kein Mehl mehr im Supermarkt-Regal stand.

Wir haben gelernt: Die Gesundheit ist nicht selbstverständlich. Auch die Freiheit, zu jeder Zeit und zu jedem Anlass mit anderen auf der Straße rumzulaufen oder dort zu spielen, ist nicht selbstverständlich.
Die Art, wie ich lebe und mich verhalte, ist nicht selbstverständlich. Alles hat Konsequenzen für mich, aber auch für meine Mitmenschen, besonders die Älteren und Kranken unter uns.

Warum nicht einfach auf dieser Reise durch das Leben abhauen oder mich unter dem Bett verkriechen?

Unsere Reise nach Ostern hat ein Ziel: Wir wollen vom Dunkeln zum Licht, vom Hass zur Liebe, vom Tod zum Leben.

Jesus hat uns wie ein treuer Reiseleiter den Weg der Hoffnung gezeigt. Aufeinander achten, stark sein im Leid, Ausdauer haben, wenn auch das Ziel noch weit weg ist. Ein Leben in Fülle. Ein Leben in menschlicher Gemeinschaft. Ein Leben mit unserem heißgeliebten Jugendtreff und Jugendhaus Eintracht, mit unseren Erziehern und Betreuern, mit unserer Kita und unserer Schule.

Liebe Kinder,
Ihr habt in diesen Tagen anderen Hoffnung gemacht durch Eure Hoffnungsbotschaft, die auch auf der homepage der Amigonianer steht, Eure Mutmacher-Bilder, den Corona-Rap oder auch das lustige Toilettenpapier-Kicker-Video.

Liebe Erwachsene,
wohin geht die Reise für unsere Kinder?

Das Leben unserer Kinder ist uns nicht egal. Welche Lebensmöglichkeiten haben sie? Welche Ziele erwarten sie?

In diesen Tagen und Wochen geht es zum Beispiel um die Gesundheit und den Klimaschutz, ja die globalen Lebensmöglichkeiten aller Kinder auf dieser Erde.

Denn die Pandemie und das Klima machen nicht brav vor der Grenze eines Landes halt. Alle sind davon betroffen: Ein interessanter Hinweis auf die Schicksalsgemeinschaft in Süd und Nord, in Ost und West, von arm und reich, von alt und jung. Es gibt aber auch eine Schicksalsgemeinschaft der Generationen untereinander.

Wohin die Reise der Kinder geht, hat also unsere Generation ein gutes Stück mit in der Hand.

Ich möchte niemand ängstigen, aber es geht um Gesundheit oder Krankheit, um Gerechtigkeit und Lebensqualität für alle.

In diesen Tagen und den kommenden Jahren ist unser guter Wille gefragt:
Unser guter Wille auf Gott, den Schöpfer, zu hören.
Unser guter Wille bei staatlichen Anordnungen mitzumachen, um andere zu schützen, zuhause zu bleiben. Unser gutes Mitmachen zum Erreichen der Klimaziele.
Unser gutes Mitmachen bei einer freiwilligen Veränderung unseres Lebensstils, um unserer Kinder willen.

Manch einer will da nicht mitmachen. Hält das alles für übertrieben. Will wegschauen und nicht zuhören: „Das sollen andere machen, aber ich mach nicht mit! Was kann ich schon bewirken? Da hält sich doch sowieso keiner dran.“

Diese Art der Entschuldigung, des Rausredens, des Augen-zu-Machens akzeptieren unsere Kinder nicht mehr. Weder von den Mächtigen, weder von den Politikern, weder von uns.

Wir Menschen sind zu Großem fähig, nicht nur, wenn wir solidarisch in dieser Corona-Pandemie zusammenstehen. Gott hat uns in Jesus gezeigt, dass er groß von uns denkt, uns das Gute zutraut, in uns die österliche Wandlung ermöglicht.

So wünschen meine Kollegen*innen, Mitbrüder und ich allen kleinen und großen Lesern dieser Seite: Eine gute Reise durch diese Tage, mit Jesus zusammen, nach Ostern, zum Leben!

Ihr und Euer Pater Ralf